HIV/AIDS und Frauen

Veröffentlicht am: 7. Juli 2010|Broschüren & Print, Publikation|Themen: |

Herausforderungen für die Entwicklungspolitik

WIDE-Positionspapier
Wien, Juli 2010

Autorinnen: Eva Dürr (Österreichische Gesellschaft für Familienplanung), Julia Günther (WIDE), Lisa Sterzinger (World Vision), Claudia Thallmayer (WIDE)
Herausgeberin: WIDE – Netzwerk Women in Development Europe

WIDE Österreich fordert anlässlich der Weltaidskonferenz von 18.-23.7.2010 in Wien die österreichische Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft auf, im Kampf gegen HIV/AIDS gezielte Maßnahmen gegen die zunehmende Betroffenheit von Frauen ins Auge zu fassen.

Besonders in den Hochprävalenzländern muss der Zugang von Frauen zu Bildung und zum Arbeitsmarkt verbessert werden. Das gestiegene Infektionsrisiko von Frauen hängt eng mit ihrer ökonomischen Diskriminierung, fehlendem Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten und dem hohen Ausmaß an Gewalt gegen Frauen zusammen.

Die Pflege von Aidskranken und die Versorgung von Aidswaisen lasten überwiegend auf den Schultern von Frauen. Regierungen sind aufgefordert, Systeme der Abgeltung für diese Leistungen der Care-Ökonomie zu entwickeln und einzuführen.

Eine weitere Forderung ist die Priorisierung des Menschenrechts auf Gesundheit gegenüber
den intellektuellen Eigentumsrechten der Pharmakonzerne, welche den billigen Nachbau von
AIDS-Medikamenten bis heute stark einschränken.

Dringend notwendig ist eine Aufstockung der EZA-Mittel, insbesondere für bi- und multilaterale Programme in den Bereichen Frauenrechte, Bildung und Gesundheit (mit Schwerpunkt auf Basisgesundheit, sexueller und reproduktiver Gesundheit sowie HIV/AIDS). Zur Finanzierung empfiehlt WIDE, innovative Vorschläge zur Entwicklungsfinanzierung aufzugreifen.

Darüber hinaus fordert WIDE verstärkte frauenspezifische Forschung und Partizipation von Frauen, damit Präventions – und Behandlungsprogramme auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen abgestimmt und von diesen auch angenommen werden können.

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