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UN-Report: Unbezahlte Arbeit, Armut und Frauenrechte

Veröffentlicht am: 17. November 2013|Artikel, Publikation|Themen: |

(2013) Im August 2013 legte die UN-Sonderberichterstatterin zu extremer Armut und Menschenrechten, Magdalena Sepúlveda Carmona, einen Report zu unbezahlter Arbeit, insbesondere „Care“-Arbeit und den Menschenrechten von Frauen vor.

Hausarbeit (Kochen, Putzen, Kleidung waschen, Wasser und Brennstoff sammeln) und die Sorge für andere Menschen (Kinder, kranke oder ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen) unterliegt als Tätigkeitsbereich allen gesellschaftlichen Aktivitäten. Würde all die unbezahlte Arbeit monetär entgolten, so wird ihr Wert in verschiedenen Staaten auf zwischen 10 und 39 Prozent des Bruttonationalprodukts geschätzt.

Wie eine Gesellschaft mit „Care“ (Sorge-Arbeit) umgeht, hat weitreichende Implikationen für das Geschlechterverhältnis, Machtbeziehungen und Ungleichheit sowie auf die Verwirklichung der Menschenrechte.

Die Kosten und Lasten unbezahlter Sorgearbeit sind geschlechts- sowie klassenspezifisch ungleich verteilt: Betreuungsarbeiten werden hauptsächlich von Frauen und Mädchen verrichtet, und der damit einhergehende Zeitaufwand steht in einem direkten Verhältnis mit dem Niveau von Armut.

Der UN-Report bleibt aber nicht bei der Analyse des Status quo stehen, sondern arbeitet die Menschenrechts-Verpflichtungen der Staaten in Bezug auf unbezahlte Arbeit heraus und gibt Empfehlungen dazu ab, wie die Staaten unbezahlte Arbeit anerkennen, wertschätzen, reduzieren und umverteilen können.

Es wird empfohlen, die gesellschaftlich notwendige Sorge-Arbeit als gemeinsame Verantwortung anzuerkennen und politische Maßnahmen zu setzen, durch die der Zugang von Frauen zu öffentlichen Dienstleistungen und Infrastruktur verbessert wird.

Zum Report: UN (2013): Extreme poverty and human rights. Unpaid work, poverty and women’s human rights, A/68/293,
http://ap.ohchr.org/documents/alldocs.aspx?doc_id=22380

 

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