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Wirtschaftskompetenz in der Schule

Veröffentlicht am: 20. Juni 2013|Artikel, Publikation|Themen: |

Anfrage an BildungssprecherInnen der Parteien 

(20.6.2013) „JOAN ROBINSON – Verein zur frauengerechten Verteilung ökonomischen Wissens“ beteiligt sich an der vor allem von der Wirtschaftskammer geführten Debatte über ökonomische Bildung an den Schulen.

Anfrage als pdf

Diese Debatte ist derzeit von einem Wirtschaftsbegriff geprägt, der lediglich Unternehmer und lohnabhängige Personen des For-Profit-Sektors als wirtschaftliche AkteurInnen betrachtet und weite Bereiche der Wirtschaft, die vor allem von Frauen getragen werden, ausblendet.

Die Vorstandsfrauen des Vereins JOAN ROBINSON wenden sich daher im Vorfeld der Nationalratswahlen gemeinsam mit dem entwicklungspolitischen Netzwerk WIDE mit der Anfrage an die im Parlament vertretenen Parteien, wie diese bei der Konzeption eines neu zu schaffenden Wirtschaftsunterrichts alle ökonomisch handelnden Personen und Themen einzubeziehen denken.

Die Wirtschaftskrise und der Umgang mit dieser hat in vielen Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl verstärkt, der Macht der Finanzmärkte hilflos ausgeliefert zu sein. Der Wunsch nach mehr Wissen über ökonomische Zusammenhänge hat das Thema Wirtschaftsbildung medial ins Zentrum gerückt. Die aktuelle Diskussion lässt allerdings befürchten, dass ein enger Wirtschaftsbegriff und Blindheit gegenüber der Rolle von Frauen als ökonomische Akteurinnen die Vorstellungen über die Inhalte von Wirtschaftsbildung an den Schulen dominieren.

Wirtschaftsbildung als wichtige Voraussetzung für individuelles und gesellschaftliches ökonomisches und politisches Handeln ist mehr als unternehmerische Bildung und Zurichtung der Schülerinnen und Schüler für den Markt. Die Analyse wirtschaftlicher Aktivitäten der Non-Profitwirtschaft, des öffentlichen Sektors, des Haushaltsbereichs und des illegalen Sektors kommen derzeit bei den Überlegungen für ökonomische Bildung an den Schulen kaum vor. Frauen als Akteurinnen in vielen ökonomischen Bereichen werden schon durch die alleinige Verwendung männlicher Sprachbilder unsichtbar gemacht. Der Verein JOAN ROBINSON wendet sich gegen die aktuellen Überlegungen, wirtschaftliche Bildung an den Schulen an einem engen und den Gender-Aspekt ignorierenden Wirtschaftsverständnis zu orientieren.

Deshalb haben die Vorstandsfrauen des Vereins JOAN ROBINSON und das entwicklungspolitische Netzwerk WIDE an Frau Ministerin Claudia Schmied und die BildungssprecherInnen aller im Parlament vertretenen Parteien im Vorfeld der Nationalratswahlen eine detaillierte Anfrage geschickt. Diese umfasst, welche Bildungsinhalte in der Wirtschaftsbildung vermittelt werden sollen und wie Geschlechtergerechtigkeit und Partizipation im Inhalt und in der Didaktik als grundlegendes Unterrichtsprinzip verwirklicht werden. Weiters fragen sie auch an, wie und mit welchen ExpertInnen der Prozess der Erarbeitung von Bildungsinhalten erfolgen soll, damit die unterschiedlichen ökonomischen Ansätze vertreten sind und auch da Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterparität gewährleistet ist.

Diese Anfrage und ihre inhaltliche Begründung liegen bei.

Für Rückfragen:
Dr.in Eva Klawatsch-Treitl
(Koordinatorin des Vereins JOAN ROBINSON und Obfrau von WIDE)
joan.robinson@telering.at
Tel: 0043 664 402 7971

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