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Nachlese: Marshall-Pläne, Megaprojekte und die Care-Ökonomie

Veröffentlicht am: 18. Jänner 2018|Bericht, Publikation|Themen: |

Verschärfte Globalisierung. Was jetzt?

Von Pia Hecher

Auf Einladung von WIDE hielt Christa Wichterich am 5.12.2017 einen Vortrag über Care-Ökonomie, Mega-Projekte und einen Marshall-Plan für Afrika. Als Moderatorin des Abends fungierte WIDE-Obfrau Edith Schnitzer.

Christa Wichterich erklärte zunächst, dass wir uns in einer Phase verschärfter oder intensivierter Globalisierung befinden, die von einer extraktivistischen, produktivistischen und wachstumsbesessenen Logik angetrieben wird.

Diese Phase ist von einer Intensivierung des Welthandels, wirtschaftlicher Liberalisierung, einem Rückzug des Wohlfahrtstaats, der Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer und von zunehmend prekären Arbeitsverhältnissen gezeichnet. Das gesellschaftliche Naturverhältnis, das einer verschärften Globalisierung zugrunde liegt, beruht laut Wichterich auf den Konzepten der „Herrschaft und Unterwerfung“. Aktuelle Entwicklungen in der Landwirtschaft, Landnutzung und Ernährungssicherheit seien Indikatoren dafür.

Umwelt beherrschen
Als exemplarische Megatrends sieht Christa Wichterich die synthetische Veränderung von Organismen, welche künftig die Ernährungssicherheit erhöhen und natürliche Produkte ersetzen sollen – mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. Derartige Entwicklungen seien bedenklich, da sie auf Kosten der Wertschöpfung die Natur verändern und schlimmstenfalls beschädigen. Als einen weiteren Schritt zur Ökonomisierung der Landwirtschaft nannte Wichterich Digitalisierung und Automatisierung. Mit Hilfe von Elektronik, etwa durch automatische Steuerung landwirtschaftlicher Geräte, sollen in Zukunft Erträge maximiert und eine Präzisionslandwirtschaft geschaffen werden. Mit Hilfe von Bio-Ökonomie sollen außerdem fossile Ressourcen durch biologische ersetzt werden. (Zu ihrer Kritik an der Bio-Ökonomie oder ‚Green Economy‘ siehe auch ihren Beitrag in der Rubrik „Gender & Biodiversität“)

Trends wie Präzisionslandwirtschaft und Bio-Ökonomie brauchen laut Christa Wichterich viel Land, schaffen aber kaum neue Jobs und verursachen oftmals den Verlust lokaler Arbeitsplätze.

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