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MDGs: Wenig Entwicklung für Frauen

Veröffentlicht am: 13. November 2014|Presseaussendung, Publikation|Themen: |

(13.11.2014) Die frauenpolitischen Ziele, zu welchen sich Österreich und die internationale Staatengemeinschaft in den UN-Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs) bis 2015 verpflichtet haben, werden nächstes Jahr nicht erreicht. Das zeigt das entwicklungspolitische Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven, WIDE, in einer aktuellen Publikation zu den Fortschritten für Mädchen und Frauen gemäß diesen acht UN-Zielen zur Armutsbekämpfung auf.

 

Lohndiskriminierung und Unterbewertung der Arbeit von Frauen, ungenügende soziale Absicherung, Diskriminierungen beim Zugang zu Ressourcen und Gewalt gegen Frauen erschweren das Erreichen der Gleichstellungsziele.

Global gesehen ist etwa die Einschulungsrate von Mädchen und Buben heute gleich hoch, aber die Drop-Out-Rate von Mädchen ist höher, und bei der höheren Schul- und Berufsbildung zeigen sich starke Diskrepanzen. Im Bereich Gesundheit stellen Teenager-Schwangerschaften ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind dar. Weltweit sind bei über 15 Millionen der 135 Millionen jährlichen Geburten die Mütter zwischen 15 und 19 Jahre alt.

Während in den letzten zwei Jahrzehnten international die Mittel für Frauenförderung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit gestiegen sind, so ist der österreichische Beitrag zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele für Frauen und Mädchen wenig erfreulich: Seit der Krise 2009 wird die österreichische Entwicklungszusammenarbeit massiv gekürzt, mit direkten Folgen für die Frauenförderung. So sind die Mittel für geschlechtersensible Projekte und Programme, die von der Austrian Development Agency (ADA) vergeben werden, von 80 Millionen im Jahr 2008 auf 45 Millionen Euro 2012 gesunken.

Gender-Ansätze und Frauenförderung zu stärken und das Empowerment von Frauen und Mädchen verstärkt mit Zielen der ökologischen Nachhaltigkeit zu verbinden, empfiehlt WIDE für die Implementierung der Post-2015-Entwicklungsziele. Es geht darum, die sexuellen und reproduktiven Rechte von Mädchen und Frauen zu stärken, Maßnahmen gegen Gewalt zu unterstützen und den Zugang von Frauen in besonders prekären Situationen zu Land und Ressourcen zu verbessern. Für die Gleichstellung von Frauen sind zudem makroökonomische Reformen wesentlich. Es braucht neue Ansätze gerade in der Steuerpolitik oder der Handelspolitik, um der immer höheren globalen Vermögenskonzentration, den multiplen Krisen und der ökologischen Zerstörung entgegenzuarbeiten.

Die WIDE-Studie wird heute im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung um 18.00 Uhr im Seminarraum „Alte Kapelle“ am Uni-Campus Wien Hof 2.8. präsentiert.

WIDE-Studie als pdf

Presseaussendung als pdf

 

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